Kreativer der Woche: der Fotograf Olaf Bathke (Kiel)
Heute geht es ganz in den Norden nach Kiel: Unser Kreativer der Woche ist diese Woche der Reise- und Hochzeitsfotograf Olaf Bathke.
Hallo Olaf Bathke - herzlichen Glückwunsch zum "Kreativen der Woche" auf dem Adobe Kreativ Portal! Können Sie sich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?
Zunächst einmal möchte ich mich für diese Auszeichnung bedanken. Gerne gebe ich an dieser Stelle einige persönliche Einblicke in meine fotografische Tätigkeit. Mit meiner Familie lebe ich mittlerweile seit einigen Jahren in Kiel. Der Heimathafen Kiel ist für mich als Fotograf ein idealer Ort für die vielseitigen fotografischen Tätigkeiten, denen ich nachgehe. Man ist schnell in Skandinavien und die Weltstadt Hamburg ist nur eine Autofahrstunde von mir entfernt.
Worin liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeiten?
Den größten Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich mit der fotografischen Servicearbeit. Ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit ist in den letzten Jahren meine Tätigkeit als Hochzeitsfotograf (Hamburg-Hochzeitsfotograf.de) geworden. Der Servicebereich ist allerdings auch geprägt von Politikerportraits, Firmenportraits, Künstlerportraits und Familienfotos. Zudem beschäftige ich mich gerne mit der Reisefotografie. Die betreibe ich überall dort, wo es schön ist. Bereist habe ich bereits Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, die Faröer Inseln, Deutschland, Schottland, Irland, Frankreich. In der Reisefotografie arbeite ich seit einigen Jahren als Freelancer. Die Bilder vertreibe ich zum Teil über die deutsche Bildagentur LOOK, hin und wieder veröffentliche ich auch mal Bildstrecken in Magazinen.

Uns sind Ihre ungezwungenen, sehr eindrucksvoll umgesetzte Hochzeits-Aufnahmen ins Auge gesprungen: Wie sehen Sie den Wandel der Hochzeitsfotografie in den letzten 20 Jahren?
Die Hochzeitsfotografie hat sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren in einem atemberaubenden Tempo alter verstaubter Klischees entledigt. Das haben wir, wie so häufig, kreativen Entwicklungen in den Staaten zu verdanken. Von dort schwappte der Trend zu größeren, lebendigeren und kreativeren Bildstrecken nach Europa. Eine Rolle an diesen positiven Entwicklungen spielten aber auch gesetzliche Veränderungen in Europa, die z.B. in Deutschland den so genannten Meisterzwang aufhoben.
Die Hochzeitsfotografie ist deshalb seit einigen Jahren Spielball vieler kreativer Geister, die immer wieder neue Wege beschreiten. Für mich persönlich sind die Grenzen dieser Entwicklungen noch nicht ersichtlich. Mir fällt aber auf, dass wieder mehr kopiert wird, als noch in den Anfängen dieser Entwicklungen. Plagiatoren bedienen sich dabei nicht nur an den Bildideen erfolgreicher Mitbewerber, es werden auch ganze Textphrasen, ja, sogar komplette Webseiten kopiert.
Wirtschaftlich gesehen ist die Hochzeitsfotografie Eldorado für viele Fotografen, die mit Ihren Tätigkeiten in anderen fotografischen Zweigen Ihre Familien nicht mehr ernähren können. Die Zeiten, mit wenig Aufwand wirklich erfolgreich zu sein, die sind allerdings vorbei. Viele Fotografen scheitern am Aufbau eines aussagekräftigen Portfolios und dümpeln so vor sich hin. Wenn ich mir die Preise einiger Mitbewerber ansehe, dann frage ich mich immer, wie die tatsächlich davon leben können.
Erfolg haben immer noch die, die mutig einen eigenen Style entwickeln und sich damit in der Öffentlichkeit profilieren. Und auf genau diese Arbeiten, kann man sich auch noch in den nächsten Jahren freuen. Wer heute oder in den nächsten Jahren heiratet, der hat wirklich die Qual der Wahl.
Wie entstehen die Ideen zu den Aufnahmen?
Ein Wesensmerkmal meiner Arbeit ist, dass ich sehr persönlich vorgehe. An einen Auftrag gehe ich stets mit dem symbolisch unbeschriebenen Blatt Papier. Dieses symbolische Blatt Papier wird im persönlichen Gespräch mit einem Kunden langsam gefüllt. Bildideen entstehen dann meistens in diesem persönlichen Gespräch. Die Kunden wissen es zu schätzen, dass ich sie nicht mit irgendwelchen Bildideen überfordere, die Ihnen nicht eigen sind. Beim Fototermin selbst entstehen dann meist noch kreative Ideen, mit denen vorher weder ich noch meine Kunden gerechnet haben. Dadurch sind die Fotos immer individuell.
Wie realisieren Sie Ihre Projekte? Wie sieht der persönlicher Workflow aus?
Ich liebe es, autonom und eigenständig zu arbeiten. Dies ist auch der Grund, warum ich lieber ohne Assistenz oder Gehilfen in einen Fototermin gehe. Da meine Bilder durch mein sehr persönliches und individuelles Vorgehen lebendig wirken, erschwert dies den Einsatz von Assistenten oder Gehilfen.
Mein Netzwerk begründet sich auf zufriedenen Kunden. Ein zufriedener Kunde bringt mir in den meisten Fällen zwei neue Kunden. Mundpropaganda ist hierbei das richtige Stichwort.
Für mich kommt im Zeitalter von Aufgesetztheit und Entfremdung begünstigend folgendes hinzu: meine Bildsprache kommt nicht nur bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, gut an.
Natürlich baue ich auch Kontakte zu Entscheidungsträgern auf und pflege diese. Mit den Jahren habe ich gelernt, zwischen den wichtigen und den überflüssigen Kontakten zu unterscheiden. Der Aufbau eines effektiven Netzwerkes ist für das Freelancen ausgesprochen wichtig.
Das digitale Zeitalter verpflichtet heute immer mehr, die Kunden digital zu beliefern. Gerade auf der lokalen Ebene nutze ich das Internet ausgiebig. Mein Workflow ist deshalb digital. Ich arbeite mit einem digitalen 35mm Kamerasystem von Canon, vornehmlich mit Festbrennweiten. Meine digitalen Daten bearbeite ich hauptsächlich in Adobe Lightroom, selten greife ich auf Adobe Photoshop zurück. Adobe Lightroom ist für mich die Offenbarung eines digitalen Workflows.
Für welche Kunden und Projekte sind Sie tätig?
Meine Kunden sind Privatpersonen, Politiker, Künstler aber auch größere Firmen. Meine Reisefotografien sind in verschiedenen Magazinen abgedruckt worden. Gelegentlich ergeben sich auch spannende Auftragsarbeiten, wie jüngst für das Magazin „mare“.
Seit einigen Jahren arbeite ich an einem größeren fotografischen Projekt, was wohl 2011 veröffentlicht wird.
Was ist für Sie ein guter Input für Kreativität?
Musik!!! Die Ähnlichkeit von der Musik und der Fotografie ist für mich ein persönliches Lieblingsthema. Ich habe bis vor einigen Jahren selber in Kammerchören aktiv gesungen. Musik ist für mich inspirierend. Gerne höre ich J.S.Bach aber auch Jazz und guter Rock können mir beim Visionären helfen.
Zudem freue ich mich auch immer wieder über die kreative Auseinandersetzung mit meiner Frau. Sie ist ein ausgesprochen kreativer Geist und eine kritische Instanz, die mir immer mal wieder entscheidende Impulse gibt.
Und was ist Ihnen bei Ihren Kreativ-Arbeiten wichtig?
Wichtig ist, dass es mir gut geht. Wenn es mir gut geht, dann sprudelt es nur so aus mir heraus. Wert lege ich auch darauf, dass ich mich gedanklich nicht einschränke: Für mich gibt es keine Grenzen in der Fotografie, für mich gibt es nur unendlich viele Möglichkeiten.
Sehen Sie in Ihrem Style einen momentanen Trend?
Die große Nachfrage meiner Kunden lässt mich vermuten, dass ich einen Nerv der Zeit getroffen habe. Viele Menschen sehnen sich nach Authentizität und Lebendigkeit. Das sind sicherlich auch die Grundpfeiler für Individualität. Und nach Individualität streben wir doch alle im Zeitalter globaler Angleichungstendenzen.
Gibt es ein Wunsch-Projekt, das Sie gerne einmal umsetzen möchten?
Mit meiner Familie in unserem VW-Bus mehrere Jahre die Welt bereisen.
Wo kann man Sie im Web finden (Web, Social Media)?
Kunden im Einzugsbereich Hamburg können sich über meine Arbeiten als Hochzeitsfotograf auf www.hamburg-hochzeitsfotograf.de informieren. Dort finden sich einige Galerien mit meinen Hochzeitsfotos.
Auf www.olafbathke.de präsentiere ich alle fotografischen Schwerpunkte. Dort findet sich auch ein Blog, in dem ich über meine Arbeit als Fotograf schreibe.
Wer einen direkten Draht zu mir sucht, kann auch meinen Twitterstream abonnieren: www.twitter.com/OlafBathke
Olaf Bathke, vielen Dank für das Interview und die Zeit und alles Gute für alle weiteren Projekte!
Kategorien: Kreativer der Woche


